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Dienstag, 1. Juni 2004 Seite 5 / Nr. 104
Nah- und Mittelost
Naher Osten / Verschiedenes
70 Jahre Nah- und Mittelost-Verein
Region im Fokus der Deutschen Wirtschaft / Von Helene Rang
HAMBURG (Dow Jones-VWD) -- Der Nah- und Mittelost-Verein feiert heute in Berlin seinen 70. Geburtstag und blickt auf eine lange Tradition zurück. Er wurde 1934 in Berlin zum Zweck der gemeinnützigen Förderung der wirtschaftlichen und kulturellen Beziehungen Deutschlands zum „Orient" durch führende Männer der Wirtschaft gegründet. Bereits zwei Jahre später wurde vom Verein die Deutsch-Iranische Handelskammer" gegründet, weil Iran einen besonderen Stellenwert einnahm.
Neben der Herausgabe von Publikationen, die umfangreiche wirtschaftliche Informationen zur Nah- und Mittelost-Region umfassten, bot der Verein seinen Mitgliedern eine Vielzahl von Dienstleistungen für den Eintritt in die Märkte der Region: Kontakte herzustellen, den Informations- und Erfahrungsaustausch zu fördern - all das gehört bis zum heutigen Tag zu den Aufgaben des Vereins.
Eine entscheidende Ausweitung und Verbreiterung der Tätigkeit des Nah- und Mittelost-Vereins bedeutete die Gründung der .Deutschen Orient-Stiftung" im Jahr 1960, unter deren Dach das „Deutsche Orient-Institut" (DOI) entstand, das sich alsbald zur führenden Einrichtung für Fragen des modernen Orients in Deutschland entwickelte und der „Förderung und Pflege der Beziehungen zwischen den Ländern des Orients und Deutschland auf allen Gebieten der Kultur, insbesondere der Kunst, Wissenschaft und Gegenwartsgeschichte" dient und u. a. die Zeitschrift „Orient" herausgibt. Der Verein bildet das Dach für Stiftung und Institut und setzt sich selbst die Förderung der wirtschaftlichen Beziehungen zum Ziel.
Eine Pionierarbeit leistete der NuMOV bereits Ende der 60er Jahre mit seinen Wirtschaftsdelegationen in die Golfstaaten. Während der 70er Jahre stieg die Zahl der Finnen, die neu auf den Märkten der Nah- und Mittelost-Region tätig wurden, mit tatkräftiger Unterstützung des Vereins rapide an. Immer mehr große und mittelständische Unternehmen traten dem Verein bei. Innerhalb weniger Jahre entwickelte sich der Nah- und Mittelost-Verein / NuMOV zur wichtigsten und größten Organisation für die regionalen bilateralen Beziehungen. Finanziert wird der gemeinnützige Verein bis zum heutigen Tag ausschließlich durch Mitgliedschaften. Der Verein gründete im Laufe des Bestehens den Deutsch-Ägyptischen Wirtschaftsrat und den „Saudi-German Businessmens Dialogue", der vom saudischen Finanz- und Wirtschaftsministerium und dem NuMOV gemeinsam koordiniert wurde. Einen besonderen Stellenwert in der Arbeit des Vereins haben bis zum heutigen Tag die Länderausschüsse, die den Mitgliedern vorbehalten sind und in erster Linie dem Informations- und Erfahrungsaustausch unter den Mitgliedern dienen.
Um die Aufmerksamkeit der Politik und der Medien auf das große Potenzial der Region zu lenken und die politischen Kontakte zu pflegen, wurde ein Repräsentanz-Büro in Berlin, dem Ort der Gründung etabliert.
Führende Persönlichkeiten der deutschen Wirtschart wie der Hamburger Unternehmer Alfred C. Toepfer, die Vorstände der Deutschen Bank Hans-Otto Thierbach und Rolf-E. Breuer standen an der Spitze des Vereins. Bundesminister a. D. Hans-Jürgen Wischnewski, der große Verdienste um die Beziehungen zur arabischen Welt erworben hat, wurde 1999 zum Ehrenvorstand des Vereins ernannt. Mitglieder des Vereinsvorstandes und der Geschäftsrührung, die renommierte Unternehmen und Organisationen der deutschen Wirtschaft repräsentieren, werden regelmäßig zu Delegationsleitungen und Leitungen von Wirtschaftskommissionen berufen. Bis heute ist der NuMOV wegen seiner Kontakte, seiner Marktkenntnisse und seines speziellen Know-hows sowie Vertrautheit mit den kulturellen Gepflogenheiten der islamisch geprägten Welt der wichtigste Ansprechpartner in Deutschland für Wirtschaftliche Beziehungen mit der Region.
Im Zuge der wirtschaftlichen Expansion in dieser Region baute der Verein in den vergangenen Jahren seine Arbeit und seine Unterstützungsangebote auch in Zusammenarbeit mit anderen Verbänden stark aus. Deshalb fungierte der Nah- und Mittelost-Verein 1996 Gründungs- und Trägerorganisationen der „Nordafrika Mittelost Initiative der deutschen Wirtschaft (NMI)".
Durch seine Publikationen unterrichtet der Verein seine Mitglieder und die Entscheidungsträger in Deutschland über aktuelle Entwicklungen in der Region. Nicht nur die Pflege gewachsener wirtschaftlicher Beziehungen, sondern ebenso das Aufspüren neuer Märkte mit Entwicklungsperspektiven gehört zu Arbeit des Vereins. So wurden die Beziehungen zum Staat Katar, der über die drittgrößten Erdgasreserven der Welt verfügt, frühzeitig durch den NuMOV erkannt und ständig intensiviert und mit der Gründung des „Qatar-German-Business-Forum" konsequent ausgebaut.
Heute ist der Nah- und Mittelost-Verein e. V. nicht nur die älteste, sondern auch die führende Organisation für Beziehungen zwischen Deutschland und den Ländern des Nahen und Mittleren Ostens. Die Bedeutung dieser Region, die über 60% der nachgewiesenen Weltölreserven und 40% der Weltreserven an Erdgas verfügt, wird künftig zunehmen.
Deutsche Unternehmen haben sehr gute Chancen, sich auf diesen Märkten erfolgreich zu profilieren. Der Nah- und Mittelost-Verein kann dies mit seinen Voraussetzungen gut flankieren.
Die Autorin ist Geschäftsführerin des Nah- und Mittelostvereins.
Kontakt: Eine ausführliche Darstellung ist im Internet unter www.numov.de einsehbar.
NfA 1.6.2004
70 Jahre Nah- und Mittelost-Verein (19.09 KB)
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